Archiv für September 2008

AWIRO muss bleiben!

Für den Erhalt von selbstverwalteter Jugendarbeit in Rostock!

Wir kämpfen hier für den Erhalt des Awiro e.V.. Der Verein ist Träger der Jugendbegegnungstätte Café Median in der Kröpeliner Tor Vorstadt. In den Räumen des Vereins befinden sich des weiteren ein selbstorganisierter Infoladen, günstige Proberäume, eine Fahrrad- sowie eine Holzwerkstatt. Das Auslaufen der Förderung würde die gesamte Arbeit des Vereins zum Erliegen bringen. In seiner heutigen Sitzung wird der Jugendhilfeausschuss über die Förderung für Träger der Jugendarbeit entscheiden.

Seit Ausbau der beiden Projekthäuser in Eigenregie, macht der Verein Alternatives Wohnen in Rostock (Awiro) seit knapp 10 Jahren Jugendarbeit in Rostock in Selbstverwaltung. Die Arbeit des Vereins wird seit jeher von den Mitgliedern in ehrenamtlichem Engagement geleistet.
Die Höhe der alljährlichen Fördersumme des Awiros beträgt die Hälfte der Kosten einer Stelle einer einzigen pädagogischen Fachkraft in einem Jahr! Die Kosten, die der Stadt durch die Förderung des Vereins entstehen, sind also gemessen am Gesamtetat der Jugendhilfe verschwindend gering. Für uns sind diese Gelder jedoch existenziell!

Awiro stellt unkommerzielle Angebote von Jugendlichen für Jugendliche im Bereich einer durchgentrifizierten Innenstadt. Das heißt, dass der Verein kostenlos Raum und Möglichkeiten zur Verfügung stellt, um Freizeit konstruktiv zu gestalten. Ohne dieses Angebot müssten Jugendliche eine Menge Geld bezahlen, um am öffentlichen Leben im Bereich der Innenstadt und der KTV teilzuhaben. Der Awiro richtet sich daher an Adressaten, die nicht über die Möglichkeiten verfügen, viel Geld in ihre Freizeitgestaltung zu investieren.

Mit dem Auslaufen der Förderung des Awiro e.V. würde die selbstverwaltete Jugendarbeit, die das Ziel der Jugendarbeit ist, in der Kröpeliner Tor Vorstadt wegbrechen. Gleichzeitig wird mit Geldern der Landtagsfraktion der NPD im Viertel ein Anlaufpunkt und eine Organisationszentrale der extremen Rechten unterhalten. Anschläge auf das Büro des Bundestagsabgeordneten Kleiminger (SPD) und die Räumlichkeiten des Awiro, sowie die wiederholten Schmiererein am Post-Gebäude hier am Neuen Markt anlässlich des Christopher Street Day und des Todestags von Rudolf Hess in diesem Sommer unterstreichen die Gefahr, die von den Räumlichkeiten der NPD in der Doberaner Straße ausgehen. Der Awiro unterstützt mit seiner Jugendarbeit aktiv den Kampf gegen den Rechtsextremismus in Rostock, da er basisdemokratische Entscheidungsstrukturen hat. Er bietet jungen Menschen die Möglichkeit, an demokratischen Prozessen und selbstbestimmter unkommerzieller Freizeit teilzuhaben. Die 80 – 100 Jugendlichen, die von der Arbeit des Vereins profitieren und in diesem partizipieren, wird die Möglichkeit gegeben eigene Projekte zu entwickeln und zu initiieren.

Wir fordern die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses auf, die Förderung des Vereins Awiro weiterzuführen.

Wir kämpfen um den Erhalt selbstverwalteter Jugendarbeit in Rostock.

Awiro e.V. und Café Median müssen bleiben!