Archiv für August 2009

Linke Gruppen und Vereine laden zum Ajuca 2009

Pressemitteilung zum 13. August 2009

6. Alternatives Jugendcamp auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Lärz

Mit dem Ziel das politische und gesellschaftliche Engagement von Jugendlichen im ländlichen Raum zu fördern und zivilgesellschaftliche Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern zu stärken, lädt ein breites Bündnis von linken Gruppen und Vereinen zum sechsten Alternativen Jugendcamp (Ajuca) nach Lärz im Landkreis Müritz. Vom 19. bis zum 23. August erwartet Jugendliche aus dem gesamten Bundesland eine Vielzahl von Vortragsveranstaltungen und Workshops zu politischer Theorie und Praxis.

Auf der Agenda der fünftägigen Veranstaltungsreihe stehen neben der Auseinandersetzung mit Sexismus, staatlicher „Sicherheitspolitik“ und Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern sowie antifaschistischen Interventionsmöglichkeiten auch eine Reihe ökologischer Themen. Während der Rostocker Verein Soziale Bildung e.V. mit Teilnehmern des Jugendcamps unter anderem der Frage nachgehen möchte, „wie viel Nazi“ in Bioessen steckt, beleuchten weitere Vorträge Hintergründe über rechtsextreme Siedlungsbewegungen nach dem historischen Vorbild der Artamanen im Raum Güstrow und den geplanten Bau der größten Schweinemastanlage Europas und die vielfältigen Gegenproteste im Kreis Demmin. Wie bereits im Vorjahr soll das Ajuca 2009 mit einer Exkursion in das nahe liegende Dorf Retzow auch einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der lokalen NS-Geschichte und dem einst militärisch genutzten Campgelände leisten. Als Bestandteil der bundesweit bedeutenden „Erprobungsstelle der Luftwaffe“ in Rechlin wurde dort 1944 ein Außenlager des KZ Ravensbrück errichtet, in dem bis zu 3.000 jüdische Frauen unter unmenschlichen Bedingungen und zum Ausbau des Flughafenareals Zwangsarbeit verrichten mussten.

Informationsveranstaltungen zum Demonstrationsrecht und der Organisation von Konzerten, oder Workshops die der Vernetzung auf kommunaler Ebene oder der grafischen Gestaltung von Informationsmaterial dienen, sollen helfen, vorhandene Kompetenzen zu schärfen und die politische Partizipation Jugendlicher auch über das Camp hinaus zu stärken. „Die thematische Angebotsvielfalt und ein allabendliches Kultur- und Unterhaltungsprogramm dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Organisation und Durchführung des Camps von den Teilnehmern selbst getragen wird“, wie Pressesprecherin Emelie Leipold erklärt: „Das Ajuca lebt von Beteiligung, Selbstorganisation und dem Freiraum in Eigeninitiative politische Diskussionen und Veranstaltungen anzuregen.“

Anders als in den Vorjahren wird das von Vereinen und Initiativen aus der selbstverwalteten Jugendarbeit und der politischen Bildung getragene Ajuca fünf statt der bisherigen vier Tage andauern. Als Unkostenbeitrag für die vegane Verpflegung entfallen etwa fünf Euro pro Tag. Für die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln steht ein kostenloser Shuttle Service zwischen dem Bahnhof Mirow und dem Campgelände zur Verfügung. Interessierte werden um eine Anmeldung gebeten.

… mehr haben wir nicht zu sagen, wir sehen uns!