Luxus für alle!

Am Donnerstag (05.07.2012) holen wir im Median um 19 Uhr den Vortrag mit Stephan Grigat nach.

Der Papst verkündet, die Arbeit trage dazu bei, „Gott und den anderen näher zu sein.“ Bei der NPD firmiert „Arbeit“ noch vor „Familie“ und „Vaterland“ und linke Gruppen drohen ihren Gegnern in ihren abgehalfterten Demosprüchen an, sie „in die Produktion“ zu schicken und klammern sich an die Sklavenparole „Die Arbeit hoch!“ Statt für die Bedingungen der Möglichkeit individueller Freiheit und gesellschaftlicher Autonomie zu streiten, für eine Art produktiven Müßiggang, sucht man in der Schinderei der Arbeit Erfüllung – und findet sie womöglich auch noch.

Schon Hitler proklamierte in „Mein Kampf“ „den Sieg des Gedankens der schaffenden Arbeit, die selbst ewig antisemitisch war und antisemitisch sein wird.“ Wie ernst der Führer das gemeint hatte, konnte man später über den Toren der Vernichtungslager nachlesen. In der Huldigung des Prinzips der Arbeit finden rechts und links, sozialdemokratischer Etatismus und liberaler Verwertungswahn zueinander. Ob linke Globalisierungsgegner, christliche Sozialethiker oder faschistische Produktivitätsfanatiker: Helfershelfer bei der Rettung der Arbeit soll der Staat sein, der den zügellosen, nicht dingfest zu machenden Marktkräften den Betrug an der „ehrlichen Arbeit“ verunmöglichen soll: Kein Arbeitsfetischismus ohne Staatsfetischismus.


4 Antworten auf „Luxus für alle!“


  1. 1 egal 05. Juli 2012 um 12:58 Uhr

    Wird es einen Mitschnitt geben?

  2. 2 municwob 12. Juli 2012 um 23:46 Uhr

    In eurem kurzen Artikel „Luxus für alle“ glaube ich dass ihr einen oft gemachten Fehler wiederholt. Wenn man eine grundlegende Frage klären will, sollte man nicht damit anfangen, was der Papst oder Hitler dazu gesagt haben. Das führt ja nicht weiter.
    Fragt doch die, die arbeiten und überlegt auch mal, was das Notwendige und Positive an der Arbeit sein kann.
    Wenn ihr „Luxus für alle“ fordert und nicht arbeiten wollt, heißt das dann, dass ihr Euch von neuen Sklaven bedienen lassen wollt?
    Und was soll der „produktive Müßiggang“? Das ist doch nicht ernztzunehmen.
    Ich würde es so sehen: Arbeit ist einerseits für die nützlichen Dinge des Lebens notwendig, andererseits wollen viele Menschen produktiv sein und nicht nur spielen.
    Es gibt keine Antwort für alle. Im praktischen Leben ist es dann so ähnlich wie beim Fußballspielen: Wer auf den Platz geht, nur kluge Reden hält und nicht den Ball kicken will, wird ganz schnell weitergeschickt.
    In der Zuschauerrolle kann man die Gesllschaft nicht verändern.

  1. 1 Kommentar zur rostocker IWW-Gruppe « kritische provinz Pingback am 04. Juli 2012 um 17:14 Uhr
  2. 2 kritische provinz Trackback am 14. Juli 2012 um 10:05 Uhr
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